Welche Rolle spielen Großeltern in unserem Leben?

Die Bilder der Weihnachtsmänner sind von der Klasse 6a aus der Wald-Grundschule

BEITRAG FÜR KINDER: Weihnachten rückt näher. Deswegen erzählt uns Máni, Requisiteur am GRIPS, von Weihnachten in Island.
Mánis Mutter ist Isländerin und so hat er als Kind Weihnachten meistens dort verbracht.
Wie sie Weihnachten in Island feiern und was es mit den isländischen Weihnachtsmännern, deren Eltern und Katze auf sich hat, davon könnt ihr hier lesen.

Heute, Máni: Meine Großeltern leben in Island.

Als ich Kind war, haben wir Weihnachten meistens bei meinen Großeltern mütterlicherseits in Island verbracht, in einer großen Runde mit den Geschwistern meiner Mutter und deren Kindern.
Zum Essen gab es bei uns immer Schneehühner, das traditionelle Weihnachtsessen in Island.

Und meine Großeltern erzählten uns die alte isländische Weihnachtsgeschichte, die, wenn man darüber als Erwachsener nachdenkt, ganz schön unheimlich ist.  
Ich fasse für euch hier kurz zusammen, worum es in der alten isländischen Weihnachtsgeschichte geht. 

Wie in vielen Ländern wird auch in Island Weihnachten groß gefeiert. Ein bisschen anders als hier in Deutschland, im Großen und Ganzen ist es ähnlich: Weihnachtsbaum, Geschenke, gutes Essen und Zusammensein in der Familie.
Der größte Unterschied ist, dass wir 13 Weihnachtsmänner haben, die nicht dick und freundlich sind und in Rot gekleidet, sondern eher wie Landstreicher aus dem Mittelalter aussehen.
Deren Eltern sind Trolle, die in einer Höhle hoch in den Bergen wohnen, und wirklich lieb sind sie auch nicht.

Die Mutter, die Gryla heißt, ist groß und hässlich und eine richtige Rabenmutter. Sie ernährt sich von unartigen Kindern, die sie um die Weihnachtszeit einfängt, und dann mit ihrem Mann, der Leppaluði heißt, in einem großen Kessel kocht und dann isst.

Der übliche Spruch zu Weihnachten ist, „wenn du nicht artig bist, dann kommt Gryla und nimmt dich mit.“ Aber laut der Weihnachtsgeschichte benehmen sich alle Kinder so gut, dass Gryla und Leppaluði vor Hunger sterben. 

Ihre Söhne, die 13 Weihnachtsmänner, kommen einer nach dem anderen ab dem 12. Dezember von den Bergen herab in die Städte. Jeden Tag kommt ein anderer und treibt Unfug, klaut, ärgert die Bewohner und deren Tiere. 

Z.b. Stekkjastaur (Schafschreck), der erste, der die Schafe ärgert. Hurdaskellir (Türschläger), der siebte, knallt mit den Türen.  Stúfur (der Knirps), der dritte, kratzt die Pfannen aus, die er kriegen kann. Bjúgnakrækir (Wurststibitzer), der neunte, klaut die Wurst aus der Räucherkammer. 

So kommen sie, einer nach dem anderen, Giljagaur (Schluchtentölpel), Þvörusleikir (Löffelschlecker), Pottaskelfill (Topfkratzer), Askasleikir (Napflecker), Skyrgámur (Skyrfresser), Gluggagægir (Fenstergaffer), Gáttaþefur (Türschlitzschnüffler), Ketkrókur (Fleischkeulenangler), bis der letzte am 24. Dezember kommt, Kertasníkir (Kerzenschnorrer).

Und dann kommt auch noch die Weihnachtskatze, als ob die dreizehn Weihnachtsmänner noch nicht genug waren, die eher von der Größe eines Tigers ist, und jagt die Kinder, die nichts Neues zum Anziehen bekommen haben, und die unartigen Kinder auch noch gleich mit. 

Das erklärt auch, warum ich immer neue Socken zu Weihnachten bekommen habe, dass ja nicht die Weihnachtskatze mich schnappt, als wäre das mit den Weihnachtsmännern und deren Mutter nicht genug gewesen.