Vom Abenteuer, den Müll runterzubringen

Der Autor Manuel Ostwald über sein Kinderstück „Die Blauen Engel“ (Uraufführung 3. Juni 2022)

Manuel Ostwald erhielt 2021 für sein Kinderstück „Die Blauen Engel“ den Berliner Kindertheaterpreis, einem von GRIPS und GASAG seit 2005 ausgeschriebenen Wettbewerb. Mit dem Gewinn ist nicht nur ein Preisgeld, sondern auch die Uraufführung im GRIPS verbunden. So kommt am 3. Juni im GRIPS Hansaplatz in der Regie von Barbara Hauck „Die Blauen Engel“ zur Uraufführung. Manuel Ostwald hat uns einen Text geschrieben, wie er auf die Idee zu „Die Blauen Engel“ kam:

„Wer kennt es nicht? Der Müll ist voll und man muss ihn rausbringen. Nase zuhalten und bloß schnell weg damit. Das nervt. Was wäre aber, wenn das Müll runterbringen plötzlich ein Abenteuer wäre? So kam ich auf die Idee für das Stück „Die Blauen Engel“.

Liv, Nadira und Siggi können sich nur dann treffen, wenn der Müll voll ist. Plötzlich ist alles total aufregend und sie fangen auch an, den Müll mit anderen Augen zu sehen. Was kann man mit Müll eigentlich so machen? Kann man vielleicht sogar etwas damit spielen? Solche Fragen haben mir am Anfang besonders Spaß gemacht. Als ich dann die Geschichte gemeinsam mit dem GRIPS Theater weiterentwickelt habe, überlegten wir uns, warum unsere drei Held*innen eigentlich immer bei den Mülltonnen spielen müssen. So entwickelte sich die Geschichte um den Streit der großen Brüder Thore und Cem.  

Ich schreibe gerne für Kinder, weil sie oft so tolle und kluge Fragen stellen. Es ist immer wieder schön, wenn ich von einer Frage überrascht werde, über die ich noch nie nachgedacht habe. Das fördert meine Fantasie und macht mir auch große Lust, mich an den nächsten Text zu setzen. Wenn ich für das Theater oder für Filme schreibe, spreche ich manchmal laut mit, gerne auch mit verstellten Stimmen. Das ist aber nur ein kleiner Test für mich selbst, um zu hören, wie meine Figuren so klingen könnten. Später freue ich mich dann um so mehr darauf, wenn die Schauspielerinnen und Schauspieler diese Aufgabe auf der Bühne übernehmen und meine Figuren zum Leben erwecken.“ 

Foto: privat

Manuel Ostwald, geboren 1993 in Hamburg, studierte von 2015 – 2020 an der Filmakademie Baden-Württemberg Drehbuch und verbrachte in dieser Zeit ein Auslandssemester an der Pariser Filmhochschule La Fémis. Neben dem Drehbuchstudium absolvierte er das Stipendium der Akademie für Kindermedien.
Der Animationsfilm „Die allerlangweiligste Oma auf der ganzen Welt“, für den er das Drehbuch schrieb, feierte seine Premiere auf der Berlinale 2022 in der Sektion „Generation“. Er lebt und arbeitet in Hamburg. 

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Und nicht zu vergessen: Unser Fotowettbewerb „Wir suchen das hässlichste Müllhäuschen Berlins!“