9. – 11.11.: Das Rom*nja Power Theaterkollektiv im GRIPS #1

Mit dem Tanztheaterstück „Rom*nja City – Stadt freier Menschen“ – Auf der Suche nach einer möglichen Welt

Inspiriert von Bertolt Brechts „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ | auf Deutsch, Englisch und Romanes Eine Produktion des Rom*nja Power Theaters (Kelipen e.V) in Kooperation mit Romani Phen e.V. und dem GRIPS Theater

Eigentlich hätte die Uraufführung schon im Mai 2021 sein sollen, aus bekannten Gründen (Corona!) wurde der Termin verschoben. Als Kooperationspartner freuen wir uns jetzt umso mehr, die Uraufführung des neuen Projekts des ROM*NJA POWER THEATERKOLLEKTIVS am 9. November 2021 im GRIPS Podewil ankündigen zu können. Weitere Vorstellungen von „ROM*NJA CITY – STADT FREIER MENSCHEN“ sind am 10. und 11. November, jeweils 19:30 Uhr im GRIPS Podewil, es empfiehlt sich die schnelle Buchung: Karten.

Das Rom*nja Power Theater 

Mit seiner Gründung 2017 konzentriert sich das junge Artlabel „Rom*nja Power Theaterkollektiv“ auf das Sichtbarmachen von Rom*nja und Sinti*zzi Schauspieler*innen, Produktionen und Themen in der Film- und Theaterlandschaft. Der Austausch innerhalb der Community — generationsübergreifend und intersektional — steht im Fokus der Arbeit: Rom*nja und Sintizza Schauspielprofis geben ihr Wissen an jüngere Generationen weiter. 

Die Idee von Schauspielerin Melanie Joschla Weiß zum neuen Projekt „ROM*NJA CITY“ ist inspiriert von Bertolt Brechts AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY. GRIPS-Dramaturgin Ute Volknant hat Melanie Joschla Weiß schon im Mai gebeten, per Video-Botschaft einen ersten Eindruck über die Arbeit am neuen Stück und ihr Kollektiv zu vermitteln:

Joschla Melanie Weiß über das ROM*NJA POWER THEATERKOLLEKTIV 

Zum Stück „ROM*NJA CITY – Stadt freier Menschen“

Rom*nja Power erzählt die Geschichte von Rita Prigmore und ihrer Zwillingschwester Rolanda, an denen die Nazis in den 1940er Jahren medizinische Experimente zur Entwicklung von sogenannten „Herrenmenschen“ gemacht haben. Gleichzeitig handelt es sich um die Suchbewegung nach einer utopischen, feministischen Stadt. Eine Abrechnung mit der Vergangenheit, aber auch ein Blick in eine bessere Zukunft. 

Bei der Uraufführung von Brechts AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY am 9. März 1930 kam es zu einem Tumult im Zuschauerraum – aufgrund von Störaktionen durch Anhänger der NSDAP.
In dem Stück „ROM*NJA CITY – Stadt freier Menschen“ spielt Rita Prigmore eine zentrale Rolle. Sie ist Sintizza und eine Überlebende grausamer medizinischer Experimente des Nationalsozialismus, ihre Zwillingsschwester Jolanda starb als Säugling beim Versuch, die Augenfarbe mit Injektionen zu verändern. Erst nach Kriegsende und erst nach der Emigration in die USA konnte Rita Prigmore, die noch heute unter den gesundheitlichen Folgen der Experimente an ihr als Säugling leidet, rekonstruieren, was mit ihr geschehen war. Mit Unterstützung der Gemeinschaft Sant ‘Egidio hält sie Vorträge in ganz Europa über die nationalsozialistische Verfolgung der Sinti und Roma. Sie lebt heute wieder in ihrer Heimatstadt Würzburg.

Ensemble vom ROM*NJA POWER THEATERKOLLEKTIV © Tibor Locher

Das Ensemble von ROM’NJA CITY:

Idee: ROM*NJA POWER Theaterkollektiv | Choreografie Safet Mistele, Aurora Magri  | Regie Rea Kurmann, Simonida Selimovic, Sandra Selimovic | Musik Tayo Awosusi-Onutor & Dejan Jovanović | Bühnenbild Alina Amman  | Kostümbild Zita Moldovan | Fürs GRIPS: Dramaturgie Ute Volknant und Theaterpädagogik Oana Cîrpanu | Mit Simonida Selimovic, Estera Stan, Joseph Rain, Roxie Thiele-Dogan, Yelyselev Valerio, Joschla Weiss