3. bis 5.9.: „Bella, Boss und Bulli“ im Stream

Ein gemeinsamer 48-h-Stream mit Nachtkritik.de vom 3.9.18 Uhr bis 5.9., 17:30 Uhr

Theaterstück für Menschen ab 6 von Volker Ludwig | Musik von Birger Heymann | Regie: Robert Neumann | Konzeption, Kamera und Schnitt des Mitschnitts: Katharina Tress | Dauer: 1:28 h

Viel Spaß!

Um was geht es?

Die siebenjährige Bella musste mit ihrer Mutter umziehen. Und niemand hat gefragt, ob sie das überhaupt will. Sie mag die neue Wohnung nicht, sie mag die neue Schule nicht, und ihre Freunde sind auch nicht da. Und ihre Mutter muss viel arbeiten und Dauergast Valentin nervt als bissiger Hausmeister sowieso, zumal der mit Kindern so gar nichts anfangen kann. Bei Bellas erstem Rundgang durch die Nachbarschaft trifft sie auf den gleichaltrigen Victor, genannt Boss, den seine Eltern vergessen haben, von der Schule abzuholen. Bulli wiederum scheint gar kein richtiges Zuhause zu haben. Die drei Kinder finden sich zunächst ziemlich bescheuert. Aber Bella erkennt schnell, dass hinter dem großmäuligen Verhalten der beiden Jungs noch mehr steckt, werden sie doch von einem älteren Jungen aus der Schule erpresst. Der weiß zum Beispiel, dass Bulli mal was gestohlen hat, und verlangt Geld. Ehe sich Bella versieht, ist sie in eine mehr als aufregende Erpressungsgeschichte verwickelt. 

BELLA, BOSS UND BULLI handelt von Selbstbestimmung in Zeiten großer Veränderungen, von Erpressung auf dem Schulhof, Angst, Sehnsucht und wilder Anarchie. Es erzählt aber auch von der Kraft neu geschlossener Freundschaften. 

Inszeniert unter Einhaltung der Corona-Hygienemaßnahmen

TEAM: Theaterstück und Liedtexte von Volker Ludwig | Komposition: Caspar Hachfeld, Birger Heymann | Bühne und Kostüme: Silke Pielsticker |  Choreographie: Nadja Raszewski | Dramaturgie: Tobias Diekmann | Musikalische Leitung: Thomas Keller | Theaterpädagogik: Laura Mirjam Walter | Mit: Ludwig Brix, Christian Giese, Marcel Herrnsdorf, Katja Hiller, Jens Mondalski, Alina Strähler, musikalisch begleitet von Michael Brandt, Martin Fonfara, Christian Giese und Jens Mondalski  ||| Konzeption, Kamera und Schnitt des Mitschnitts: Katharina Tress | Kamera: Mario Cordero

Zum Hintergrund von Stück und Inszenierung

Mit seinem Kinderstück BELLA, BOSS UND BULLI schrieb sich Volker Ludwig 1995 endgültig in den Olymp der Theaterautor*innen, ihm ist es „einmal mehr geglückt, aus dem scheinbaren Nichts des gewöhnlichen Lebens Theater zu machen, was ihn wohl endgültig zum Tschechow für Menschen ab 6 adelt“, so die Fachzeitschrift THEATER HEUTE im Heft 1/96.

Auch 25 Jahre später hat das Stück nichts von seiner Qualität und Aktualität eingebüßt, wie Regisseur Robert Neumann feststellte: „Für mich ist dieser Text von Volker Ludwig einer seiner zeitlosesten. Zum einen ist die Geschichte der Kinder, die aus unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gefügen kommen, sich im Verlauf des Stückes annähern und kennenlernen, ihre Geheimnisse entdecken, um am Ende den Wert der Freundschaft zu feiern, heute und auch in zehn Jahren erzählenswert. Zum anderen werden im Text wichtige Themen wie Wohlstandsverwahrlosung, die Auswirkungen von Gentrifizierung und Mobbing verhandelt, die uns vor allem heute noch durchaus beschäftigen sollten.“

Beiträge zum Stück

Robert Neumann und sein Team haben eigens für BELLA, BOSS UND BULLI drei sogenannte Prequels gedreht, bei denen man erfährt, was Bella, Boss und Bulli während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 getrieben haben:

Im Blogbeitrag „Kunst des Inszenierens unter Corona-Bedingungen“ gibt Robert Neumann Einblicke in die gegenwärtige Theatersituation.

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