Bis 23.4. online: BELLA, BOSS UND BULLI im Stream

Der neue Mitschnitt unserer aktuellen Inszenierung

Theaterstück für Menschen ab 6 von Volker Ludwig | Musik von Birger Heymann | Regie: Robert Neumann | Konzeption, Kamera und Schnitt des Mitschnitts: Katharina Tress | Dauer: 1:28 h

TEAM: Theaterstück und Liedtexte von Volker Ludwig | Komposition: Caspar Hachfeld, Birger Heymann | Bühne und Kostüme: Silke Pielsticker |  Choreographie: Nadja Raszewski | Dramaturgie: Tobias Diekmann | Musikalische Leitung: Thomas Keller | Theaterpädagogik: Laura Mirjam Walter | Mit: Ludwig Brix, Christian Giese, Marcel Herrnsdorf, Katja Hiller, Jens Mondalski, Alina Strähler, musikalisch begleitet von Michael Brandt, Martin Fonfara, Christian Giese und Jens Mondalski  ||| Konzeption, Kamera und Schnitt des Mitschnitts: Katharina Tress | Kamera: Mario Cordero

Um was geht es?

Die siebenjährige Bella musste mit ihrer Mutter umziehen. Und niemand hat gefragt, ob sie das überhaupt will. Sie mag die neue Wohnung nicht, sie mag die neue Schule nicht, und ihre Freunde sind auch nicht da. Und ihre Mutter muss viel arbeiten und Dauergast Valentin nervt als bissiger Hausmeister sowieso, zumal der mit Kindern so gar nichts anfangen kann. Bei Bellas erstem Rundgang durch die Nachbarschaft trifft sie auf den gleichaltrigen Victor, genannt Boss, den seine Eltern vergessen haben, von der Schule abzuholen. Bulli wiederum scheint gar kein richtiges Zuhause zu haben. Die drei Kinder finden sich zunächst ziemlich bescheuert. Aber Bella erkennt schnell, dass hinter dem großmäuligen Verhalten der beiden Jungs noch mehr steckt, werden sie doch von einem älteren Jungen aus der Schule erpresst. Der weiß zum Beispiel, dass Bulli mal was gestohlen hat, und verlangt Geld. Ehe sich Bella versieht, ist sie in eine mehr als aufregende Erpressungsgeschichte verwickelt. 

BELLA, BOSS UND BULLI handelt von Selbstbestimmung in Zeiten großer Veränderungen, von Erpressung auf dem Schulhof, Angst, Sehnsucht und wilder Anarchie. Es erzählt aber auch von der Kraft neu geschlossener Freundschaften. 

Zum Hintergrund von Stück und Inszenierung

Mit seinem Kinderstück BELLA, BOSS UND BULLI schrieb sich Volker Ludwig 1995 endgültig in den Olymp der Theaterautor*innen, ihm ist es „einmal mehr geglückt, aus dem scheinbaren Nichts des gewöhnlichen Lebens Theater zu machen, was ihn wohl endgültig zum Tschechow für Menschen ab 6 adelt.“ so die Fachzeitschrift THEATER HEUTE im Heft 1/96. Auch 25 Jahre später hat das Stück nichts von seiner Qualität und Aktualität eingebüßt, wie Regisseur Robert Neumann feststellte: „Für mich ist dieser Text von Volker Ludwig einer seiner zeitlosesten. Zum einen ist die Geschichte der Kinder, die aus unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gefügen kommen, sich im Verlauf des Stückes annähern und kennenlernen, ihre Geheimnisse entdecken, um am Ende den Wert der Freundschaft zu feiern, heute und auch in zehn Jahren erzählenswert. Zum anderen werden im Text wichtige Themen wie Wohlstandsverwahrlosung, die Auswirkungen von Gentrifizierung und Mobbing verhandelt, die uns vor allem heute noch durchaus beschäftigen sollten.“

Eigentlich war die Premiere im Mai 2020 geplant, wegen des ersten Lockdowns musste sie verschoben werden, konnte aber am 18. September unter großem Applaus im GRIPS Hansaplatz stattfinden. Auch bei seiner Inszenierung von BELLA, BOSS UND BULLI ging Robert Neumann mit den vorgegebenen Hygienemaßnahmen künstlerisch um und zeigt, dass Freundschaft, Gefühle, Küsse und Umarmungen auch mit Abstand erlebbar sind. Über die „Kunst des Inszenierens unter Corona-Bedingungen“ spricht Robert Neumann in einem Interview, das wir am 3.4. um 10 Uhr veröffentlichen.

Da der Spielbetrieb seit November 2020 wieder eingestellt ist, hat GRIPS-Leiter Philipp Harpain auch von BELLA, BOSS UND BULLI von der Videokünstlerin Katharina Tress eine ganz eigene filmische Umsetzung als Mitschnitt anfertigen lassen.

Die drei Prequels

Robert Neumann und sein Team haben eigens für BELLA, BOSS UND BULLI drei sogenannte Prequels gedreht, bei denen man erfährt, was Bella, Boss und Bulli während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 getrieben haben:

ZOTTIS WELT – PREQUEL 1: Bella findet Umziehen so richtig doof!

ZOTTIS WELT – PREQUEL 2: Bulli ist es soooooo langweilig!

ZOTTIS WELT – PREQUEL 3: Victor A. Beck, genannt Boss, ist der ganze Stolz seines Vaters. Nur: Er ist nie da!

Uraufführung am 1. Dezember 1995 im GRIPS Theater Berlin | Alle Rechte am Stück beim Theaterverlag FELIX BLOCH ERBEN

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