Ein Auswahl hoffnungsgebender Antworten für 2026
Bevor 2025 zu Ende geht, wollten wir nicht mit in das allgemeine Lamento über die gegenwärtige Situation der Welt einstimmen, selbst wenn man Klimakrise, Kriege und die Erosion der Demokratie und humanistischer Grundwerte kaum weggeleugnet oder ignoriert bekommt.
Wir hatten das dringende Bedürfnis, das Jahr irgendwie hoffnungsvoll zu beenden, daher haben wir unsere Newsletter-Abonnent*innen gefragt:
Was macht euch – trotz allem – Hoffnung? Was gibt euch Mut? Was hilft euch, nicht zu verzagen?
Überrascht wurden wir von wunderbaren und sehr hoffnungsgebenden Antworten, die uns selbst optimistisch in das kommende Jahr starten lassen, vielen Dank an alle, die sich daran beteiligt haben.
Für alle, zum gegenseitigen Ermutigen, veröffentlichen wir hier einige der Antworten (anonymisiert!):
Das Lachen eines Menschen, der ganz im Jetzt und Hier ist, hat etwas Ansteckendes. Es erinnert daran, dass es möglich ist, für einen Moment alles andere loszulassen und einfach da zu sein. In diesem Lachen liegt Mut – der Mut, an sich selbst zu glauben, auch ohne Beweise, auch ohne perfekte Antworten. Es ist ein leiser Mut, der von innen kommt und nicht laut werden muss, um stark zu sein.
Wer sich selbst mit Freundlichkeit begegnet, findet eine Form von Selbstliebe, die nichts fordert und nichts beweisen will. Sie erlaubt Fehler, Pausen und Zweifel und bleibt trotzdem. Aus dieser Haltung heraus entsteht Liebe, die sich teilen lässt, ohne sich zu erschöpfen – eine Liebe, die wächst, je mehr sie weitergegeben wird.
Darunter liegt ein tiefes Urvertrauen, fast wie ein stilles Wissen: dass das Leben trägt, auch wenn nicht jeder Schritt klar ist. Dass sich Wege zeigen, während man geht. Dieses Vertrauen schenkt Ruhe und Zuversicht und flüstert dem Herzen immer wieder zu, dass alles gut wird. Nicht, weil alles einfach ist, sondern weil man nicht allein ist – mit sich selbst und mit dem Leben.
Woraus ich Hoffnung schöpfe bzw. woraus ich Kraft für mich persönlich ziehe, ist meine beste Freundin. Ich habe sie vor fast drei Jahren kennengelernt und es hat sich zu einer intensiven Verbindung entwickelt. Ich habe immer Vorfreude auf jedes Treffen. Ich fühle mich immer gut nach den Begegnungen mit ihr, glückselig. Sie ist wirklich mein „Krafttier“. Mit ihr oder durch sie ist alles gut, ich tanke auf an positiven Gefühlen und Gedanken.
Mir macht Hoffnung, dass es richtig viele politisch engagierte ältere Frauen gibt, die „Omas gegen rechts“. Wir werden immer mehr!… und sind mit großem Engagement überall dabei, wo es darum geht, sich gegen Rechtsradikalismus zu positionieren.
Das macht mir Hoffnung, weil ich merke ich bin nicht alleine!
Mir macht gewaltfreie Kommunikation Mut.
- dass es z.B. Euch noch gibt und wir schon zig schöne Abende bei Euch verleben durfte
- dass es unseren ganz tollen Sohn (14) gibt, der stark seine Meinung vertritt und trotzdem zugänglich für die Meinung seiner Eltern ist 🤣
- unsere Liebe (33 Jahre)
- unsere Freunde, die immer da sind
- unser Lieblingsrestaurant
- unseren Arbeitgeber, den man immer kontaktieren kann (wenn die Hütte brennt. Der uns so arbeiten lässt, wie es für uns passend ist. Für den Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Hilfe für Flüchtlinge keine Fremdwörter sind. Der unbegleiteten Flüchtigen ein zu Hause gegeben hat,
- dass wir gesund sind,
- dass wir Menschen unterschiedlicher Kulturen in Deutschland haben, die unser Leben so bereichern (auch unser privates Leben), uvm.
Zu eurer Frage zitiere ich folgende Aussage von Martin Luther King, der ich mich voll anschließen kann:
„Es gibt keine größere Kraft als die Liebe: Sie überwindet den Hass wie das Licht die Finsternis.“
Von daher will zuversichtlich und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken und positive Energien in die Welt senden.
Wenn ich zu anderen von Herzen lieb bin und die gut behandle (ohne dafür was zurückhaben zu wollen), spüre ich, dass diese Liebe ankommt und zurückkommt (manchmal auch in unerwarteter Form bzw. von Dritten). Das lässt mir den Glauben daran, dass wir alle auf der Welt als Menschen das Gleiche (= Liebe) brauchen und auch Liebe weitergeben können – und wenn dann „alle ein bisschen“ mitmachen, kann es in dieser Welt gut weitergehen.
Engagierte Menschen wie ihr, die noch daran glauben, dass mensch die Welt verändern kann:-). Eine Alternative dazu gibt es ja auch gar nicht, wenn wir in Zukunft friedlich miteinander leben und dem Mächtigen nicht das Feld überlassen wollen. Gemeinsam sind wir ganz schön stark!!!
Mir machen Menschen Hoffnung, die mich durch ihren Humor zum Lachen bringen können.
Als Lehrkraft erlebe ich immer wieder Momente, in denen Schüler*innen sich vehement für das einsetzen, was ihnen wichtig ist. Das gibt mir Mut und Hoffnung!
Hoffnung sind die kleinen, unerwarteten Momente des zusammen Lachens, Umarmens, Verstehens. Das erfüllt das Herz wieder mit Wärme und Kraft.
Ich habe manchmal schon sehr pessimistische Momente. Doch passieren früher oder später so Momente wie vorhin, als ich ins Haus ging: Es war schon dunkel. Plötzlich nahm ich eine wunderbare abendliche Stille wahr. Nur von fern gab es so einen friedlichen Grundton der Stadt. Ich blieb für einen Moment stehen, mein Blick ging nach oben zum Himmel und ich bewunderte in dem Moment wunderbare blassweiße Wolken vor dem dunkle Himmel. „Wunderbar!“, dachte ich. Solche Momente habe ich immer schon geliebt. So eine wunderbare Ruhe, in der ich mich aufgehoben fühle.
Und so etwas wird es auch weiterhin geben. Das ist doch tröstlich! Und schon hatte ich wieder Mut.
Auf die Natur kann man sich einfach verlassen. Oder?
Mir hilft, mich an meine innere Stärke und schöne Momente zu erinnern. Familie, Freunde und Gemeinschaft helfen auch. (von M., 14 Jahre)
Wen ich meine Kinder ansehe oder andere Kinder bzw. junge Menschen, die neue Generation. Darunter sind so wunderbare mutige, inspirierte, lebensfrohe, authentische und leidenschaftliche Menschen, das gibt mir Freude, Hoffnung und ein gutes Gefühl für die Zukunft und eine gute Welt.
Ich bin viel in der Welt herumgekommen und spreche ein paar Fremdsprachen. Oft frage ich den DHL-Boten, der klingelt, was seine Muttersprache ist – und schon führen wir ein kleines nettes Gespräch. Manchmal sogar in seiner Muttersprache.
Heute kaufte im Bioladen eine ältere Frau im Rollstuhl etwas ein. Ich erwähnte kurz, dass alte Frauen,
die Kinder alleine großgezogen haben, sich im Alter leider in der Armutsfalle befinden – und schon tauschten wir uns ohne jede Befangenheit aus und liefen ein Stück des Wegs gemeinsam.
Es sind kleine menschliche Begegnungen, die das Gefühl vermitteln, dass wir nicht alleine auf der Welt mit Problemen zu kämpfen haben – kleine Begegnungen, die menschliche Wärme herstellen und guttun.
- Hoffnung schöpfe ich, wenn ich unseren Sohn mit seiner Familie erlebe, dabei unsere beiden Enkeltöchter, 18 Monate und 3,5 Jahre als. Sie entdecken die große Welt so erwartungsfroh und neugierig und lassen einen fühlen, dass man sie nicht enttäuschen darf.
- Hoffnung schöpfe ich aus meiner Arbeit als Schulleiterin. Nicht aus dem Verhalten „meiner“ Vorgesetzten und „unseres“ Senates, sondern aus der Offenheit und der Dankbarkeit, mit der sie uns im Schulalltag begegnen. Offen für Neues und dankbar für Neues.
- Hoffnung schöpfe ich auch aus dem Umgang von uns Kolleg*innen in „meiner“ Schule. Er ist geprägt von Respekt und gegenseitiger Wertschätzung, von Herzlichkeit, Ehrlichkeit und Unterstützung. In schwierigen Zeiten sind diese Eigenschaften nicht überall selbstverständlich. Umso schöner und stärkender ist es, so ein Verhältnis zu erleben.
- Hoffnung schöpfe ich, wenn ich die U18-Wahlergebnisse unsere Schule sehe. Dann weiß ich, dass unsere Demokratieerziehung eine sinnvolle Arbeit ist.
- Hoffnung macht mir auch, dass die Menschheit es bisher stets geschafft hat, sich kurz vor Ultimo selbst am Schopf aus dem Dreck zu ziehen. Ich möchte einfach den Glauben an die menschliche Vernunft nicht aufgeben müssen.
- Lasst uns hoffnungsvoll in das nächste Jahr starten, lasst uns Hoffnung säen und alles dafür tun, dass aus Hoffnung Wirklichkeit wird.
Meine beiden wunderbaren, adoptierten Kinder helfen mir, nicht zu verzagen. Kinder grundsätzlich:)
Mir macht es Hoffnung, sich nach Jahren von Gewalt wieder verliebt zu haben und dieses Mal in kein Ar…lo..
Hoffnung macht mir, dass es bei all dem Irrsinn in der Welt, die große Mehrheit der Menschheit in Frieden leben will. Dass es viel ehrenamtliches Engagement gibt etc.
Mir machen die jungen Menschen Hoffnung. Ich bin (gerne) Lehrer und tagtäglich sehe ich in fröhliche und zukunftsorientierte Gesichter. Sie sehen auch die Probleme der Welt. Fridays forFuture macht gerade nur eine kleine Atempause, dann geht es wieder richtig los, da bin ich mir sicher.
Hoffnung gibt ein Spruch meines Vaters den er schon lange kannte: „Wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her!“
Was mir Hoffnung macht, sind die vielen kleinen zwischenmenschlichen Begegnungen, die Momente des einander Zuhörens, des einander Fühlens, des In-Beziehung-Tretens.
Mir sind gute Freundschaften und Beziehungen wichtig mit Menschen, die heilend, beratend oder künstlerisch tätig sind, und Menschen zu einem gesunden, freudigen, bewusstem, sinnstiftenden Leben verhelfen bzw. unterstützen.
Persönlich dosiere ich meinen Medienkonsum und bin mittlerweile überzeugt, dass jede/r für sich selbst für inneren Frieden sorgen sollte, um im Außen einen friedlichen Umgang zu fördern. Dazu gehört auch ein konstruktiver Umgang mit Konflikten usw.
Fazit: Hoffnung machen mir Menschen, die sich in der Welt für Frieden einsetzen, z.B. wie Margot Friedländer das tat…
