Ein dokumentarisches Puppen- und Objekttheater für Menschen ab 8 nach den Lebenserinnerungen von Irene Grumach-Shirun | aufgeschrieben von Jill Levenfeld
Um was geht’s?
Bärchen, Spitzname »Bär«, ist ein Teddy und über 100 Jahre alt. Seine Augen haben schon viel gesehen. Er war in sehr schönen, aber auch in sehr schlimmen Momenten dabei, zum Beispiel, als die Wände wegen der Bomben wackelten. Oder als Irenes Großmutter deportiert wurde. Bisher ist Bär diesen Erinnerungen lieber ausgewichen. Nun betritt er mit uns lange verschlossene Räume, in denen wichtige Stationen seiner Biografie mit Schattenspiel und Sound wieder lebendig werden.
Ausgezeichnet mit dem Preis der IKARUS Fachjury 2025 in der Kategorie Kindertheater.

„Ab heute heißt du Sara“, „#diewelle“, „Das Heimatkleid“ und die mobile Lesung „Sie trug den gelben Stern“ sind Jugendstücke im Repertoire, die klar gegen Rechtsextremismus und Faschismus sich positionieren. Mit der Kooperation „Bär. Ein Zeitzeuge erzählt“ übernehmen wir fest als Gastspiel ein Kinderstück zum Thema ins Repertoire auf.
Team
Konzept, Performance Josephine Hock | Regie Hannes Kapsch | Konzept, Szenografie, Kostüme Luise Ehrenwerth | Sound Sebastian Schlemminger | Puppenbau Verena Waldmüller | Dramaturgie Tim Sandweg | Antisemitismuskritische Beratung Juliette Brungs | Lichtdesign Werner Wallner
Haltung zeigen, Haltung entwickeln – die GRIPS-Leitung zu dieser Produktion
GRIPS: Das GRIPS hat in seinem Repertoire drei Jugendstücke über die Zeit der NS-Diktatur und über die Verführbarkeit von rechtspopulistischen und antidemokratischen Parolen. Ihr ergänzt dieses Angebot nun mit einem Theaterstück für Menschen ab 9.
Thomas Keller: „Ja, das GRIPS steht ja schon immer für eine ganz klare Haltung gegen Rechtsextremismus und für eine vielfältige Demokratie, dazu haben wir im Repertoire „Ab heute heißt du Sara“ nach Inge Deutschkrons Biografie, eine zeitgemäße Bearbeitung von „Die Welle“ von Jochen Strauch und Kirsten Fuchs‘ „Das Heimatkleid“ über die Verführbarkeit durch rechtspopulistische Parolen.
Am 9. November nehmen wir das mit dem IKARUS ausgezeichnete Kinderstück „Bär. Ein Zeitzeuge erzählt“ als Gastspiel ins Repertoire auf, eine Kooperation mit der Schaubude Berlin. Altersgerecht für Grundschulkinder ab 8 Jahren wird in diesem dokumentarischen Puppen- und Objekttheater über das Leben eines jüdischen Kindes während der Nazi-Diktatur aus der Sicht ihres Teddybärs erzählt. Die Geschichte basiert auf den Lebenserinnerungen von Irene Grumach-Shirun.“
Natalie Driemeyer: „Und man kann sich auch die mobile, szenische-musikalische Lesung „Sie trug den gelben Stern“ in die Bezirke einladen. Unsere Theaterpädagogik bietet ergänzend dazu diverse Formate an, u.a. das Planspiel „Ecomisia“ zum Thema Nationalsozialismus. Gemeinsam mit der Landeszentrale für Politische Bildung gibt es am 24. September eine Fortbildung gegen die von rechter Seite geforderte Neutralität im Klassenzimmer und in der sozialen Arbeit.
Strenggenommen ist ja unser ganzer Spielplan ein durchgehendes Plädoyer für Vielfalt, Gleichberechtigung, Zusammenhalt, Respekt oder kurz für lebendige Demokratie. Das ist GRIPS, ganz einfach.“
