Ab 15.10.26: „oh peinlich“ von hannsjana und Ensemble

Synopsis 

© Illustration Bela Sobottke

Der Vorhang ist noch zu, alles ist bereit fürs Konzert. Die Ruhe vor dem Ansturm des Publikums — die Scheinwerfer surren. In einer Stunde strömen Menschenmassen in den Saal, um einer legendären Band zuzujubeln. Eine Gruppe jüngerer und älterer Fans erhält vorher noch eine Führung über die Bühne Backstage wie aufregend! Dort steht die E-Gitarre, auf der gleich die weltberühmte Sängerin ihre Akkorde spielt. Und hier das Schlagzeug, an dem die Drummerin den Takt vorgibt. Doch plötzlich fällt Backstage eine Tür ins Schloss und lässt sich nicht mehr öffnen. Dahinter: die Band eingeschlossen in ihrer Garderobe. Auch die Fan-Gruppe kann die Band nicht aus ihrer misslichen Lage befreien. Aber könnten sie das Konzert retten? Die Songs kennen sie, einige spielen sogar ein Instrument. Das Problem ist nur: Niemand will auf die Bühne. Stattdessen Lampenfieber, schwitzige Hände, leise Worte und Erwartungsdruck! Wie gründet man so schnell eine Band, in der niemand Frontfrau sein will? Wie laut sein, wenn man lieber leise bleibt? Wer tritt ins Scheinwerferlicht, wenn es im Schatten sicher erscheint, und muss man sich überhaupt in den Mittelpunkt wagen? 

»Viele Kinder mögen lustiges Theater, können es wertschätzen, wenn viel passiert und sind oft ein lautes Publikum, das sich stark ins Bühnen­ geschehen einbringt. Das ideale Publikum für uns.« hannsjana

Das Performancekollektiv „hannsjana“ erzählt humorvoll und mit viel Musik von Introvertiertheit, Selbstvertrauen, Scham und Aufregung. In „oh peinlich“ geht es um Menschen, die sich nicht trauen müssen, sondern anderen zeigen, wie sie stilleren Talenten Raum geben. Denn nur wer lauter ist, kann es nicht automatisch besser.

Das Team

Regie „hannsjana“ | Bühne & Kostüm Àngela Ribera Adrover | Bühnenmusiker & Arrangements Ignacio Villa | Dramaturgie Tobias Diekmann | Theaterpädagogik Lama Ali, Henriette Festerling  Mit Christian Giese, Jens Mondalski, Viktoria Schreiber, Regine Seidler, Ignacio Villa 

Mehr zu „hannsjana“

Als Kollektiv „hannsjana“ erarbeiten Laura Besch, Jule Gorke, Lotte Schüßler, Katharina Siemann und Marie Weich seit 2011 gemeinsam Performances, Audiowalks und performative Vermittlungsformate. Dabei brechen sie mit bestehenden Vorannahmen und nehmen sich humorvoll, poetisch, musikalisch und wissenschaftlich der Auseinandersetzung mit Orten und Themen an, um sie sich selbst und anderen zu erklären. In ihren Arbeiten trifft das Publikum auf Mensch-Tier-Wesen, die zusätzliche Bedeutungsebenen und Diskurse eröffnen; es hört Lieder über Ökonomie oder Ornithologie, wird heimlich zum Essen im Museum angestiftet, bekommt kunsthistorische Exkurse durch Aerobic-Übungen erläutert und die Möglichkeit, Anteilseigner*innen einer Performance zu werden. Ihre Arbeiten waren unter anderem bei Theater Thikwa (Berlin), in den Sophiensælen (Berlin), beim Steirischen Herbst (Graz), beimIMPULSE Festival (Mülheim) und am Luzerner  Theater zu sehen.

Die GRIPS-Leitung zur Entscheidung für diese Produktion

Thomas Keller:       Wir wollten unbedingt weiter mit dem feministischen Regiekollektiv „hannsjana“ arbeiten, das 2025 einen der besten Gala-Abende für den „Berliner Kindertheaterpreis“ entwickelt hat. An „hannsjana“ schätze ich besonders deren Humor, ihre wunderbare Respektlosigkeit und das Um-die-Ecke-Denken. Sie haben einen ganz eigenen Zugriff auf Stoffe und Situationen. Und diesen Zugriff wollen wir mit GRIPS-Kinderliedern verbinden, wir sind sehr gespannt, was dabei herauskommt. 
Die Grundsituation des Theaterstücks „oh peinlich“ ist herrlich absurd: Eigentlich soll ein Konzert stattfinden, nur hat sich die Band ausgesperrt. Stattdessen stehen plötzlich Menschen, die nur eine Führung durch das Theater gebucht hatten, unverhofft auf der Bühne und müssen irgendwie den Abend retten. Die Instrumente sind da – aber spielen kann sie eigentlich niemand. Genau daraus entsteht der Spaß.

Natalie Driemeyer: Thematisch soll es in dem Stück um die Fragen gehen, die Kinder ab fünf Jahren sehr beschäftigen: Was kann ich? Was kann ich nicht? Wann blamiere ich mich? Wie mutig bin ich? Was können die anderen und ich nicht? Bin ich richtig? Bin ich falsch? Muss ich etwas können, um dazuzugehören? Diesen Fragen spürt das Ensemble bei der Stückentwicklung von „Oh peinlich“ mit „„hannsjana““ nach.