Wir stellen vor: Regisseurin Jessica Weisskirchen
Mit der Produktion „Das Herz eines Boxers“ (Premiere am 4.6.26) setzt die neue GRIPS-Leitung fort, was mit der „Laura war hier“ begann: Neue künstlerische Teams mit starken Regiesprachen befragen bewährte GRIPS-Stücke neu. Nach Ekat Cordes kommt nun erstmals Regisseurin Jessica Weisskirchen ans Haus. Sie ist bekannt für ihre körperlich dichte, atmosphärisch prägnante Bildsprache, bringt gemeinsam mit Bühnen- und Kostümbildnerin Wanda Traub eine eigene, kraftvolle Handschrift ein. Ihre Arbeit setzt auf kollektive Probenprozesse, auf Energie, Reibung und Spielfreude – und schafft so einen Raum, in dem sich die leisen wie die lauten Töne dieses Stücks entfalten können.
GRIPS: Liebe Jessica, dürfen wir schon etwas erfahren von deinen Regie-Ideen, die du ja auch mit Bühnenbildnerin Wanda Straub umsetzen wirst?
Jessica: In unserer Fantasie ist die Welt, in der sich Jojo und Leo begegnen, in Schieflage geraten – die treffen sich auf einer Schräge, die zugleich Altersheim, Klinikraum und Boxring ist. Mich interessiert, was zwischen den originalen Textzeilen an Emotionen versteckt liegt und diese in choreographische Elemente, in eine Art Körper- und Raumspannung zu übersetzen. In meiner Fantasie sind sich Jojo und Leo in ihrer Distanz zueinander am meisten nah.
GRIPS: Bisher hast Du fürs erwachsene Publikum inszeniert, dich durch deine Arbeit im assistierenden-netzwerk aber mit jungen Perspektiven beschäftigt. Was erhoffst Du Dir von der Arbeit fürs junge Publikum?
Jessica: Dass da eine Generation ist, die zukünftig auch über mein Leben bestimmen darf – in der meine Zukunft liegt. Ich freue mich, diese Menschen kennenzulernen und mit unserer Arbeit zu berühren. Vielleicht ist das wie bei „Das Herz eines Boxers“, dass sich zwei Generationen treffen – von Regie zum Publikum. Das passiert im Kinder- und Jugendtheater natürlich immer, für mich ist das neu. Ich möchte dazu beizutragen, dass Jugendliche darüber nachdenken. Meine Verantwortung ist eine Besondere.
Vita:

Erste Regiearbeiten während ihrer Assistenzzeit am Nationaltheater Mannheim (DIE TONIGHT, LIVE FOREVER oder DAS PRINZIP NOSFERATU von Sivan Ben Yishai, 2020) und als Regisseurin (EIN KÖRPER FÜR JETZT UND HEUTE von Mehdi Moradpour, 2021).
2022 eröffnete sie die Spielzeit am Theater Dortmund mit WOYZECK.
Sie ist Gründerin des assistierenden-netzwerks und Vorstand des ensemble-netzwerks e.V. Sie ist Initiatorin und Gründerin des Assistierenden-Festivals SUMMER UP und Jurymitglied der Prozessförderung des Fonds Darstellende Künste.
2022 schloss sie erfolgreich den Master of Arts Studiengang, Theater- und Orchestermanagement, an der HfMDK in Frankfurt am Main ab. Im Rahmen ihrer Masterarbeit erhob sie eine Studie zu den Arbeitsbedingungen von Assistierenden im deutschsprachigen Theaterraum.
2023 eröffnete sie die Spielzeit in der ‘Box’ am Deutschen Theater Berlin mit EDWARD II – DIE LIEBE BIN ICH.
2023 veröffentliche die Kulturpolitische Gesellschaft den Sammelband »Systemkritik! Essays für eine Kulturpolitik der Transformation« mit ihrem Artikel »Nur die Bretter, die die Welt bedeuten«.
2023 verlieh sie als Teil der Jury (Kategorie „Stadttheater und Landesbühnen“) den Theaterpreis des Bundes 2023 und durfte die Laudatio verlesen.
In der Spielzeit 23/24 arbeitete sie am Deutschen Theater Berlin (EDWARD II von Ewald Palmetshofer), am Schauspiel Dortmund (QUEENS nach Friedrich Schiller), Volkstheater München (MARIA MADGA von Svenja Viola Bundgarten) und am Staatstheater Darmstadt (JEEPS von Nora Abdel-Maksoud).
In der Spielzeit 24/25 inszenierte sie am Schauspiel Hannover (MOBY DICK). 25/26 eröffnet sie die neue Spielzeit am Staatstheater Nürnberg mit der Uraufführung DIE ERSTE LIEBE HÄLT 5 JAHRE, arbeitet am Schauspiel Dortmund (PIDOR & DER WOLF) und am Thalia Theater Hamburg (JESSIS NACH(T)BAR & DER KÖNIG STIRBT).
Und 2026: Am GRIPS! Wir freuen uns!
Spannende Einblicke in ihre Arbeiten findet man auf der Website: https://www.jessicaweisskirchen.com
