#rueckkehr: Breites Bündnis stellt Konzept zur Wiedereröffnung vor

Nicht die Inzidenzzahlen allein sollten in der Diskussion, wie Veranstaltungsstätten wieder eröffnet werden könnten, berücksichtigt werden, sondern es sollten auch die genau ausgearbeiteten Hygienekonzepte ebenso mit einfließen. Das wünscht sich ein breites Bündnis aus Sport und Kultur – das GRIPS vertritt dabei die besondere Stellung der Kinder- und Jugendtheater – von der der Politik. Und hat dafür heute, am 22.2.21 , der Öffentlichkeit ein differenziertes, modulares Konzept vorgestellt.

Mit ihrem Konzept präsentieren die etwa 20 beteiligten Wissenschaftler*innen und Experten*innen sowie mehr als 40 Kultur- und Sportinstitutionen erstmalig einen branchenübergreifenden, datenbasierten Ansatz und damit einen differenzierten Beitrag zur Diskussion um angemessene Wege aus dem Lockdown. Das Konzept entstand unter Mitwirkung von namhaften Expert*innen unter anderem aus den Fachbereichen Infektiologie und Virologie, Raumlufttechnik, Gesundheitsökonomie, Sportmedizin und Kultur sowie Rechtswissenschaften.

Da nicht mit einem stichtagsbezogenen, abrupten Ende der Pandemie zu rechnen ist, müssen jetzt geeignete Konzepte mit ausreichendem Vorlauf entworfen werden, um allen Kultur- und Sportsparten mit Zuschauerpartizipation den sicheren, schrittweise erfolgenden und nachhaltigen Weg zurück in eine Normalität zu ermöglichen. Eine Normalität, die die jeweilige epidemische Lage in Abstimmung mit den politisch Verantwortlichen und den Gesundheitsbehörden berücksichtigt. Es geht also darum eine ausbalancierte Situation herzustellen, die Aspekte des Gesundheitsschutzes und insbesondere die Lage in den Kliniken berücksichtigt, andererseits verantwortungsbewusste Veranstaltungen mit Zuschauern zu ermöglichen. Wegen der ständig neuen Erkenntnisse der Wissenschaft und Entwicklungen (z.B. von Impfstoffen), aber auch dem Auftreten und der Verbreitung neuer Varianten des SARS-CoV-2-Virus (variants of concern, VOCs) mit modifizierten Eigenschaften, sprechen wir hier von einem dynamischen Konzept, das engmaschig weiterentwickelt wird. Die VOCs haben grundsätzlich denselben Übertragungsweg und sind daher auch denselben Präventionsmaßnahmen zugänglich.

Der Ansatz stellt verschiedene Modelle sowohl für Indoor- als auch für Outdoor-Veranstaltungen vor. Diese basieren jeweils auf einem Basiskonzept und können mittels weiterer Schritte ausgebaut werden, um die Zahl der Zuschauenden und Gäste pro Veranstaltung schrittweise zu erhöhen:

BASISKONZEPT:

  • Indoor: Eckpunkte für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen umfassen unter anderem die Erstellung eines Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes, eine Gesamtauslastung von maximal 25-30 Prozent zur Einhaltung der allgemeinen Abstandsregeln, personenbezogene Tickets zum Kontaktmanagement, eine durchgehende Maskenpflicht, ein Ausschankverbot von alkoholischen Getränken bei Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern sowie ein dezidiertes Konzept zur An- und Abreise von Zuschauern und Gästen. 
  • Outdoor: Für Freiluftveranstaltungen geht das Konzept bei vergleichbaren Maßnahmen von einer möglichen Auslastung von 35 bis 40 Prozent der Kapazität aus. Im Amateur- und Breitensport schlagen die Autoren zudem eine „Bagatelluntergrenze“ vor, die bei Veranstaltungen mit ausreichend Flächen eine Sonderregelung vorsieht. Bei Einhaltung der Maskenpflicht und eines erweiterten Abstands sowie Kontaktmanagement durch technische Lösungen wie Apps könnten personenbezogene Tickets in diesem Bereich damit überflüssig werden. 

Sowohl für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen als auch für Freiluftveranstaltungen sieht das Basiskonzept zudem bestimmte Sitzplatzschemata vor, die die Einhaltung der Mindestabstände gewährleisten. Das Basiskonzept kann mit vertretbarem Aufwand und mit begrenzten finanziellen Ressourcen von jeder Spielstätte bei der Entwicklung eines Hygienekonzeptes umgesetzt werden. Das könnte insbesondere auch kleineren Einrichtungen in Kultur und Sport einen pragmatischen Weg zurück in einen geregelten Vorstellungs- und Spielbetrieb ermöglichen.

Fachärztliche Hygienekonzepte:

An Indoor-Veranstaltungsorten mit großen Räumen und moderner Lüftungstechnik sowie ebenso bei Outdoor-Veranstaltungen ist – über das Basiskonzept hinaus – auch eine höhere Zuschauerzahl machbar. Für eine weitere Erhöhung der Auslastung empfehlen die Autoren ein fachärztliches Hygienekonzept als einheitlichen Standard.

„Maximalmodell“ mit Teststrategie:

Auf Basis neuer Diagnostikmöglichkeiten soll die Erweiterung der Zugangsmöglichkeit zu Veranstaltungen umgesetzt werden – bis hin zu einer möglichen Vollauslastung von Opern, Konzerten und Sportereignissen. Zu diesem Zweck könnte die Kultur- und Sportbranche unter anderem Zuschauern und Gästen einen Antigentest am Veranstaltungsort zur Verfügung stellen sowie digitale Portale zur Unterstützung des Kontaktmanagements fördern. 

Das gesamte Konzept könnt Ihr in diesem PDF auf unserer Website nachlesen.